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DER JUNGE, DER ICH WAR – DER MANN, DER ICH SEIN WILL

Männergruppe in Hamburg-Blankenese

Therapeutisch orientierte Männergruppe über neun Monate

Einführungsworkshop: 27. Oktober 2026

dienstags, 18.00–21.00 Uhr · 14-tägig
Kleine, verbindliche Gruppe mit maximal sechs Teilnehmern
40 Euro pro Abend

Der Junge, der ich war, der Mann, der ich sein will

Was hat den Jungen geprägt, der ich war – und was für ein Mann möchte ich heute sein?

Viele Männer haben gelernt, zu funktionieren, Verantwortung zu übernehmen und für andere da zu sein. Weniger selbstverständlich ist es, die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen oder sich anderen Männern gegenüber offen zu zeigen.

In einer kleinen, festen Gruppe entsteht über neun Monate ein geschützter Raum für persönliche Entwicklung, ehrliche Begegnung und therapeutisch orientierte Selbsterfahrung. Es geht nicht darum, einem bestimmten Männerbild zu entsprechen. Jeder Mann ist eingeladen, seine eigene Form von Männlichkeit bewusster zu entwickeln.

Raum für Klarheit, Kraft und Verbindung

Viele Männer haben früh gelernt, stark zu sein, Belastungen auszuhalten und Probleme mit sich selbst auszumachen. Gefühle zu zeigen galt möglicherweise als Schwäche oder wurde im eigenen Elternhaus kaum vorgelebt.

Doch was keinen Ausdruck findet, verschwindet nicht. Es kann sich in Erschöpfung, Rückzug, Reizbarkeit, innerer Unruhe, übermäßiger Anspannung, Suchtverhalten oder dem Gefühl zeigen, nur noch zu funktionieren.

Männerarbeit schafft einen Raum, in dem Männer wieder mit sich selbst und anderen in Kontakt kommen können. Nicht über zusätzlichen Druck, Leistung oder ein neues Ideal von Männlichkeit, sondern über Wahrnehmung, Ehrlichkeit, Körperbewusstsein und Präsenz.

Der Kreis bietet die Möglichkeit, sich anderen Männern jenseits von Konkurrenz und gewohnten Rollen zu zeigen. Dabei können Vertrauen, Zugehörigkeit und eine Form männlicher Verbundenheit entstehen, die Unterschiede respektiert und persönliche Verantwortung fördert.

Für wen ist die Männergruppe gedacht?

Die Gruppe kann für Sie passend sein, wenn Sie

  • sich selbst als Mann besser verstehen möchten,
  • sich häufig erschöpft, angespannt oder innerlich abgeschnitten fühlen,
  • Schwierigkeiten haben, Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken,
  • Ihre Grenzen klarer erkennen und vertreten möchten,
  • wiederkehrende Konflikte in Beziehungen verstehen wollen,
  • zwischen Anpassung, Rückzug und Härte nach einem eigenen Weg suchen,
  • sich mit Ihrer Beziehung zu Vater oder Mutter auseinandersetzen möchten,
  • Fragen zu Nähe, Sexualität, Scham oder Bindung beschäftigen,
  • Erfahrungen mit Sucht oder selbstschädigenden Verhaltensweisen reflektieren möchten,
  • sich ehrlichen Kontakt und tragfähige Männerfreundschaften wünschen,
  • mehr Klarheit, Selbstverantwortung und Lebendigkeit entwickeln möchten.

Therapeutische Vorerfahrung kann hilfreich sein, ist aber keine Voraussetzung. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich selbst zu begegnen und sich auf einen verbindlichen Gruppenprozess einzulassen.

Themen der Männergruppe

Welche Themen in den Mittelpunkt treten, entwickelt sich aus den Anliegen und Erfahrungen der Teilnehmer. Mögliche Schwerpunkte sind:

  • der Junge, der ich war, und der Mann, der ich heute bin,
  • Vaterbild, Vaterbeziehung und fehlende männliche Vorbilder,
  • Mutterbindung, Ablösung und Eigenständigkeit,
  • Verletzlichkeit und Stärke,
  • Angst, Zorn, Aggression und persönliche Grenzen,
  • Macht, Verantwortung und Autorität,
  • Nähe, Sexualität, Begehren und Scham,
  • Partnerschaft und Bindungsfähigkeit,
  • Sucht, Selbststeuerung und Selbstbestimmung,
  • Männerfreundschaft, Konkurrenz und Zugehörigkeit,
  • berufliche Verantwortung und das Gefühl, funktionieren zu müssen,
  • Identität, Würde und die eigene Lebensrichtung.

Es geht nicht darum, alle Themen nach einem festen Programm abzuarbeiten. Die Gruppe folgt dem lebendigen Prozess und dem, was für die Teilnehmer gegenwärtig bedeutsam ist.

Der Körper als Zugang

Männerarbeit bleibt nicht allein im Gespräch. Erfahrungen zeigen sich auch im Körper: in der Atmung, der Haltung, der Muskelspannung, im Brustraum, im Kiefer, in den Schultern oder im Becken.

Körperorientierte Übungen können helfen, solche Reaktionen achtsam wahrzunehmen. Dabei wird nichts erzwungen. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, wie weit er sich auf eine Übung oder Erfahrung einlassen möchte.

Über Atem, Bewegung, Erdung, Stille sowie bewusste Anspannung und Entspannung können Männer lernen, sich selbst deutlicher zu spüren: ihre Kraft, Müdigkeit, Wut, Trauer, Lust, Grenzen und Lebendigkeit.

Der Körper wird dabei nicht als Maschine betrachtet, die funktionieren muss. Er kann wieder zu einem Verbündeten und zu einer Quelle von Orientierung werden.

Vaterbild, Mutterbindung und Ablösung

Die Beziehung zu Vater und Mutter prägt häufig, wie ein Junge sich selbst erlebt und welche Vorstellungen er von Männlichkeit, Nähe und Beziehung entwickelt.

Manche Männer sind mit einem Vater aufgewachsen, der körperlich oder emotional wenig erreichbar war. Andere haben Autorität als hart, beschämend oder unberechenbar erlebt. Wieder andere vermissten ein männliches Gegenüber, an dem sie sich orientieren, reiben und entwickeln konnten.

Auch die Beziehung zur Mutter kann bis in das Erwachsenenleben hineinwirken. Nähe kann gleichzeitig ersehnt und gefürchtet werden. Ein Mann kann sich verantwortlich fühlen, sich schwer abgrenzen oder in Partnerschaften unbewusst frühere Beziehungserfahrungen wiederholen.

In der Männergruppe können solche Prägungen betrachtet werden, ohne vorschnell Schuld zuzuweisen. Es geht darum, zu verstehen, wie alte Bindungsmuster heute noch wirken – und wie mehr Eigenständigkeit möglich werden kann.

Ablösung bedeutet dabei nicht Ablehnung. Ein Mann darf verbunden sein, ohne abhängig zu bleiben. Er darf dankbar sein, ohne sein eigenes Leben zurückzustellen. Er darf sich abgrenzen, ohne hart zu werden.

Männlichkeit zwischen alten Rollen und neuen Erwartungen

Traditionelle Vorstellungen von Männlichkeit tragen für viele Männer nicht mehr. Härte, Dominanz und emotionale Verschlossenheit haben Leid verursacht – bei anderen Menschen und bei den Männern selbst.

Gleichzeitig fehlt häufig eine lebendige Vorstellung davon, was an die Stelle dieser alten Rollen treten kann. Manche Männer reagieren mit Rückzug oder Anpassung, andere halten an Härte fest, weil Verletzlichkeit gefährlich erscheint.

Männerarbeit bietet keinen Rückweg in alte Rollen, verlangt aber auch keine Selbstverleugnung. Sie lädt dazu ein, eine reifere Form von Männlichkeit zu entwickeln: fühlend und klar, kraftvoll und begrenzt, verantwortlich und beziehungsfähig.

Die entscheidende Frage lautet nicht: Wie muss ein Mann sein? Sondern: Wie kann ich als Mann auf eine Weise leben, die mir, meinen Beziehungen und meiner Umwelt entspricht?

Sexualität, Nähe und Scham

Auch Sexualität darf in der Gruppe achtsam zur Sprache kommen.

Viele Männer erleben in diesem Bereich Leistungsdruck, Unsicherheit oder Scham. Sexualität kann sich dann wie eine Erwartung oder Prüfung anfühlen, statt als lebendige Verbindung erlebt zu werden.

In der Männerarbeit kann ein anderer Zugang entstehen: über Körperwahrnehmung, Selbstannahme, Atmung, Präsenz und die Fähigkeit, eigene Wünsche und Grenzen wahrzunehmen.

Männliche Sexualität muss weder verdrängt noch bewiesen werden. Sie darf kraftvoll sein, ohne zu nehmen; zärtlich, ohne schwach zu sein; und lebendig, ohne sich selbst oder andere zu verlieren.

Biografische und transgenerationale Prägungen

Menschen tragen nicht nur ihre persönliche Lebensgeschichte. Auch Erfahrungen früherer Generationen können Familienklima, Erziehung und Beziehungsmuster beeinflussen.

Krieg, Flucht, Verlust, Gewalt, Schuld, Scham, emotionale Kälte und familiäres Schweigen haben viele Familien geprägt. Väter und Großväter mussten häufig funktionieren und lernten kaum, über Angst, Trauer oder Ohnmacht zu sprechen.

Solche Erfahrungen können in Haltungen und unausgesprochenen Aufträgen weiterwirken: stark sein, keine Belastung sein, nicht fühlen, leisten und durchhalten.

In der Gruppe kann gefragt werden:

Was gehört zu meiner eigenen Geschichte? Was habe ich möglicherweise für meine Familie übernommen? Welche früher sinnvollen Überlebensstrategien bestimmen heute noch mein Leben?

Es geht nicht darum, die Vergangenheit vollständig aufzulösen. Es geht darum, ihren Einfluss bewusster wahrzunehmen und freier mit dem eigenen Leben umzugehen.

Innere Bilder männlicher Kraft

Die Arbeit mit männlichen Archetypen kann helfen, unterschiedliche innere Kräfte anschaulich zu machen.

Der Krieger schützt und setzt Grenzen. Der Liebende fühlt und verbindet sich. Der König übernimmt Verantwortung und schafft Ordnung. Der Magier erkennt Zusammenhänge und ermöglicht Veränderung. Der Wilde steht für Instinkt und Lebendigkeit. Der Weise kann schweigen, warten und unterscheiden.

Diese Bilder sind keine starren Rollen und keine Vorschriften. Sie können dabei helfen, eigene Kräfte zu erkennen, die möglicherweise verschüttet, überbetont oder noch wenig entwickelt sind.

Welche Kraft fehlt mir? Welche Kraft beherrscht mein Leben? Welche Kraft darf reifer und bewusster werden?

So kann ein eigener männlicher Weg entstehen, der nicht auf Dominanz, sondern auf Bewusstheit, Verantwortung und innerer Vielfalt beruht.

Wie wir arbeiten

Die Arbeit orientiert sich an den Anliegen der Teilnehmer und am gegenwärtigen Gruppenprozess. Zum Einsatz kommen können:

  • therapeutisches Gespräch,
  • Körperwahrnehmung und Bewegung,
  • Atem- und Erdungsübungen,
  • Achtsamkeit und Meditation,
  • biografische Reflexion,
  • kreative Methoden,
  • Imagination und symbolische Arbeit,
  • Rituale,
  • Arbeit mit inneren Bildern und Archetypen,
  • Begegnung und Rückmeldung innerhalb der Gruppe,
  • Übungen in der Natur.

Niemand muss persönliche Erfahrungen offenlegen, bevor ausreichend Vertrauen entstanden ist. Gleichzeitig lebt eine verbindliche Gruppe davon, dass die Teilnehmer bereit sind, sich zunehmend ehrlich zu zeigen und Verantwortung für ihren eigenen Prozess zu übernehmen.

Vertraulichkeit ist eine wesentliche Voraussetzung: Persönliche Inhalte aus der Gruppe werden nicht nach außen getragen.

Ablauf, Termine und Kosten

Die Männergruppe trifft sich über einen Zeitraum von neun Monaten alle zwei Wochen:

  • dienstags von 18.00 bis 21.00 Uhr,
  • in Hamburg-Blankenese,
  • maximal sechs Teilnehmer,
  • 40 Euro pro Abend.

Durch die kleine und feste Zusammensetzung kann ein kontinuierlicher Gruppenprozess entstehen. Regelmäßige Teilnahme ist deshalb wichtig.

Nach dem Einführungsworkshop bildet sich die verbindliche Gruppe. Gemeinsam werden Absprachen zu Vertraulichkeit, Teilnahme und zum Umgang miteinander getroffen.

Einführungsworkshop und Vorgespräch

Der Einführungsworkshop findet am 27. Oktober 2026 statt.

Vor der Teilnahme führe ich mit jedem Interessenten ein persönliches Vorgespräch. Dabei können Sie Ihr Anliegen schildern, Fragen stellen und prüfen, ob die Gruppe und ihre Arbeitsweise gegenwärtig zu Ihnen passen.

Auch ich achte darauf, ob die Zusammensetzung der Gruppe einen sicheren und tragfähigen gemeinsamen Prozess erwarten lässt.

Wenn Sie sich für die Männergruppe interessieren, können Sie zunächst ein unverbindliches Vorgespräch anfragen.